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Biographien:
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Stefan Weiler
wurde 1960 in Stuttgart geboren. Er studierte katholische Kirchenmusik in Mainz, Saarbrücken und schloss sein Studium in Freiburg mit dem A-Examen ab. Er erhielt seine Ausbildung in Chor- und Orchesterleitung bei W. Wehnert, W. Schäfer und H.-M. Beuerle und war darüber hinaus Schüler von Prof. H. Rilling in Frankfurt und Stuttgart. Als Aktivteilnehmer nahm er an Meisterkursen und Seminaren von John Eliot Gardiner und Uwe Gronostay teil.
gründete Stefan Weiler den Mainzer Figuralchor; es folgte eine rege Konzerttätigkeit, auch im Ausland, und zahlreiche CD-Einspielungen (u.a. A. Honeggers König Davidund H. Distlers Totentanz). 1983 wurde die Mainzer Camerata Musicale als Orchester für die ständige Zusammenarbeit mit dem Mainzer Figuralchor gegründet. 1990 initiierte er die bis 1994 jährlich stattfindenden „Mainzer Tage der Musik“, die unter seiner künstlerischen Leitung standen. Mit dem Mainzer Figuralchor gewann er 1993 den Landes-chorwettbewerb Rheinland-Pfalz; beim darauffolgenden Bundeschorwettbewerb erhielt er mit dem Mainzer Figuralchor den Sonderpreis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes. Seit 2000 widmet er sich der chronologischen Aufführung aller Kantaten J.S. Bachs.
Stefan Weiler ist Mitglied der Gächinger Kantorei Stuttgart. Als Assistent von Helmuth Rilling arbeitete er mit vielen europäischen Ensembles zusammen (Gächinger Kantorei und Bachcollegium Stuttgart, Athener Rundfunkchor und -orchester, Madrider Rundfunkchor, Chor der Krakauer Bachakademie, Israel Philharmonic Orchestra). Auf der jährlich stattfindenden Bachwoche in Stuttgart ist er u.a. neben Helmuth Rilling, Masaaki Suzuki und Christoph Biller regelmäßig als Dozent tätig, hier leitet er seit 1999 den „Chor der Bachwoche“.
Seit vielen Jahren obliegt Stefan Weiler die musikalische Leitung der Ostertagung der Burg Rothenfels. Als Gast des Münchener Bachchores dirigierte er 2002 das Eröffnungskonzert des „Festival de Pollenca“ in Mallorca. 2001 gründete er in Krasnojarsk (Sibirien) eine Bachakademie. Seitdem veranstaltet er dort in Zusammenarbeit mit der Krasnojarsker Akademie und der Kulturverwaltung jeweils im Herbst Meisterkurse, Gesprächs- und Hauptkonzerte.
Neben einem Lehrauftrag für Dirigieren und Chorleitung an der staatlichen Musikhochschule des Saarlandes in Saarbrücken in den Jahren 1995/96 ist Stefan Weiler seit 1985 Dozent am Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut in Speyer.
Mainzer Figuralchor
„Musica figuralis“ nannte man in der Renaissance den auf dem komplexen Wechselspiel gleichberechtigter Stimmen basierenden kunstvollen Stil, der im Gegensatz zum einstimmigen „cantus planus“ mit verschiedenen Notenwerten arbeitete. Diese Stilbezeichnung machte sich eine Gruppe von Studenten zum Programm, die 1979 dank der Initiative ihres Dirigenten Stefan Weiler den Mainzer Figuralchor gründete: Sie wollte anspruchsvolle Chormusik aller Epochen in kammermusikalischer Besetzung interpretieren. Inzwischen ist aus dem studentischen Kammerchor ein erfahrenes und homogenes Ensemble aus professionellen Musikern und qualifizierten Laien geworden.
Der Mainzer Figuralchor hat sich ein umfangreiches Repertoire erarbeitet, das Musik von der Renaissance über die Klassik bis hin zur Moderne umfasst. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Werken J. S. Bachs, dessen gesamte Kantaten z. Zt. in den Mainzer Bachwochenenden chronologisch nach ihrer Entstehung erklingen. Außerdem beschäftigt sich das Ensemble regelmäßig mit der Einstudierung von Werken zeitgenössischer Komponisten (Antoniou, Kelemen, Ligeti, Rössler, Schnebel u. a.); so wurde beim Bundeschorwettbewerb 1994 der Sonderpreis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes an die Mainzer vergeben. Ebenso widmet sich der Chor Aufführungen selten gehörter Kompositionen (zuletzt Hindemiths Apparebit repentina dies).
Konzertreisen führen den Chor regelmäßig durch das ganze Bundesgebiet sowie nach Italien und Frankreich. Im Oktober 2003 gastierte der Mainzer Figuralchor zum ersten Mal in Krasnojarsk (Sibirien), wo er an der 3. Bachakademie u. a. mit der Aufführung der Bachschen h-moll Messe mitwirkte. Die Zusammenarbeit mit den dortigen Ensembles wurde im Oktober diesen Jahres durch die Mitwirkung an mehreren Aufführungen des Messias in der Mozart-Fassung erfolgreich fortgesetzt.
Produktionen beim ZDF, HR und SWR (Live-Aufzeichnung des Requiems von W.A.Mozart anlässlich dessen 200. Todestages 1991) machten den Chor einem breiteren Publikum bekannt. Der ersten CD-Aufnahme mit Chorwerken aus vier Jahrhunderten folgten die CD-Produktionen von Arthur Honeggers König David, Leonhard Lechners Sprüche von Leben und Tod, Hugo Distlers Totentanz, volkstümlichen Weihnachtsliedern aus vielen europäischen Ländern und zuletzt mit Werken zur Passionszeit von Domenico Scarlatti (Stabat Mater), Gesualdo, Zelenka und Poulenc.
Der Mainzer Figuralchor hat mehrfach renommierte Wettbewerbe gewonnen; so errang er erste Preise beim Landeschorwettbewerb Rheinland-Pfalz und beim Chorwettbewerb des Südwestfunks.
Das Ensemble hat bereits mehrfach mit bedeutenden Chorleitern zusammengearbeitet. Die Interpretation der Johannes-Passion unter der Leitung von Helmuth Rilling während des „Europa Cantat“-Festivals im Mainzer Dom war im August diesen Jahres ein besonderes Highlight. Seit der Gründung steht der Mainzer Figuralchor unter der künstlerischen Leitung von Stefan Weiler.
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